Botulinumtoxin
Welche Nebenwirkungen hat Botox?
Von Dr. med. Bugrahan Bacara · 4 Min. Lesezeit
Die meisten Nebenwirkungen sind leicht und gehen von selbst wieder weg. Typisch sind kleine Rötungen, Schwellungen oder ein blauer Fleck an der Einstichstelle und manchmal Kopfschmerzen in den ersten Tagen. Seltener senkt sich ein Augenlid oder eine Braue. Auch das bildet sich zurück, sobald die Wirkung nachlässt.
Kurz vorweg
Botulinumtoxin, umgangssprachlich oft Botox genannt, gehört zu den am besten untersuchten Wirkstoffen in der ästhetischen Medizin. Das heißt nicht, dass nichts passieren kann. Es heißt, dass man ziemlich genau weiß, was passieren kann und wie oft.
Die Fachinformation beschreibt es so: Nebenwirkungen treten meist in den ersten Tagen nach der Behandlung auf, sind leicht bis mittelschwer und gehen wieder vorbei. In den Zulassungsstudien zur Zornesfalte hatten Behandelte nur etwas häufiger Beschwerden als die Vergleichsgruppe, die eine Kochsalzlösung bekommen hatte.
Was direkt nach dem Termin normal ist
- Kleine Quaddeln. An den Einstichstellen entstehen winzige Erhebungen. Sie sind meist nach 15 bis 30 Minuten verschwunden.
- Rötung und leichte Schwellung. Das ist die normale Reaktion der Haut auf eine Nadel.
- Ein blauer Fleck. Wenn die Nadel ein kleines Gefäß trifft, kann ein Bluterguss entstehen. Er lässt sich gut abdecken und ist nach einigen Tagen weg.
- Druckgefühl. Manche spüren die behandelte Stelle noch einen Tag lang.
Für die meisten ist das alles. Du kannst danach in der Regel direkt zurück in deinen Alltag.
Kopfschmerzen
Kopfschmerzen gehören laut Fachinformation zu den häufigen Nebenwirkungen. Häufig bedeutet: bei einer bis zehn von hundert behandelten Personen. Sie treten meist in den ersten Tagen auf und lassen von selbst nach.
Hängendes Augenlid oder hängende Braue
Das ist die Nebenwirkung, vor der die meisten Angst haben. Deshalb ganz offen: Auch sie wird in der Fachinformation als häufig geführt. Sie entsteht, wenn sich der Wirkstoff ein Stück weiter verteilt als gewollt und einen Muskel erreicht, der das Lid oder die Braue hebt.
Was dabei wichtig ist:
- Sie tritt nicht sofort auf, sondern meist einige Tage nach der Behandlung.
- Sie ist vorübergehend. Sobald die Wirkung nachlässt, hebt sich das Lid wieder. Meist dauert das einige Wochen.
- Man kann das Risiko klein halten. Durch die richtige Menge an der richtigen Stelle und genug Abstand zum Auge. Das ist der Grund, warum diese Behandlung in ärztliche Hände gehört.
Zu viel oder ungleich
Manchmal ist die Wirkung zu stark oder nicht ganz symmetrisch. Ein Beispiel ist der sogenannte Mephisto-Effekt: Die äußeren Brauen ziehen sich nach oben, das Gesicht wirkt leicht erstaunt oder streng.
Das lässt sich bei der Nachkontrolle nach etwa zwei Wochen oft mit einer kleinen Menge ausgleichen. Deshalb sehen wir dich nach der ersten Behandlung gern noch einmal. Ein Gesicht, das sich gar nicht mehr bewegt, ist übrigens kein Zeichen für gute Arbeit. Wir dosieren lieber vorsichtig. Nachlegen geht immer.
Nebenwirkungen je nach Zone
Nicht jede Behandlung mit Botulinumtoxin betrifft das Gesicht oben. Je nach Stelle gibt es eigene Punkte, auf die wir vorher hinweisen:
- Lippe: Nach einem Lip Flip fällt das Trinken mit dem Strohhalm oder das Pfeifen anfangs manchmal schwerer.
- Kaumuskel: Nach einer Behandlung des Kaumuskels kann sich harte Kost wie ein zähes Steak eine Weile anstrengender anfühlen. Mehr dazu in Wird das Gesicht wirklich schmaler?.
- Hände: Bei der Behandlung von starkem Schwitzen an den Händen kann die Kraft in den Fingern vorübergehend etwas nachlassen. Mehr dazu in Schweißhände: Was hilft wirklich?.
Wann wir nicht behandeln
Es gibt Situationen, in denen Botulinumtoxin nicht infrage kommt oder wir erst später behandeln:
- Schwangerschaft und Stillzeit
- bestimmte Muskelerkrankungen wie Myasthenia gravis oder das Lambert-Eaton-Syndrom
- eine Entzündung oder Infektion an der Stelle, die behandelt werden soll
- eine bekannte Allergie gegen den Wirkstoff oder seine Bestandteile
Auch Medikamente spielen eine Rolle. Bestimmte Antibiotika, die sogenannten Aminoglykoside, und muskelentspannende Mittel können die Wirkung verstärken. Deshalb fragen wir im Vorgespräch so genau nach.
Langzeitfolgen und Antikörper
Botulinumtoxin wird seit über dreißig Jahren in der Medizin eingesetzt. Dauerhafte Schäden durch die ästhetische Anwendung im Gesicht sind dabei nicht bekannt. Laut Fachinformation ändert sich das Sicherheitsprofil auch bei wiederholter Behandlung nicht.
Selten bildet der Körper Antikörper, und die Wirkung lässt nach. Das Risiko steigt, wenn sehr hohe Mengen oder sehr häufig gespritzt wird. Deshalb liegen zwischen zwei Behandlungen mindestens drei Monate. Wie lange die Wirkung normalerweise anhält, liest du in unserem Beitrag Wie lange hält Botox?.
Wann du dich sofort melden solltest
Sehr selten breitet sich die Wirkung weiter im Körper aus. Wenn du nach einer Behandlung Probleme beim Schlucken, Sprechen oder Atmen bemerkst oder plötzlich schlecht siehst, warte bitte nicht ab. Ruf uns an oder such sofort ärztliche Hilfe.
Auch alles andere, was dich beunruhigt, darfst du uns sagen. Lieber einmal zu viel gefragt.
Was wir vorher klären
Bevor wir eine Behandlung mit Botulinumtoxin machen, sprechen wir über deine Vorgeschichte, deine Medikamente und deine Erwartungen. Dabei gehen wir auch die Nebenwirkungen durch, die für deine Zone wichtig sind. Was du in den Tagen danach beachten solltest, steht in unserem Beitrag Was solltest du nach Botox beachten?. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
Noch gefragt
- Wie lange halten Nebenwirkungen von Botox an?
- Rötungen und Quaddeln sind meist nach wenigen Stunden weg, ein blauer Fleck nach einigen Tagen. Ein hängendes Lid oder eine hängende Braue bildet sich zurück, sobald die Wirkung nachlässt. Das dauert meist einige Wochen.
- Kann ein Augenlid nach Botox hängen bleiben?
- Nein. Ein gesenktes Lid ist eine vorübergehende Nebenwirkung. Sie verschwindet, wenn die Wirkung des Botulinumtoxins abklingt. Durch die richtige Dosis und genug Abstand zum Auge lässt sich das Risiko klein halten.
- Ist Botox auf Dauer schädlich?
- Nach über dreißig Jahren medizinischer Anwendung sind keine dauerhaften Schäden durch die ästhetische Anwendung im Gesicht bekannt. Wichtig ist, dass zwischen zwei Behandlungen mindestens drei Monate liegen.
- Darf ich in der Schwangerschaft oder Stillzeit Botox bekommen?
- Nein. Für Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine ausreichenden Daten, deshalb wird die Anwendung nicht empfohlen. Wir behandeln in dieser Zeit nicht.
- Was passiert, wenn Botox irgendwann nicht mehr wirkt?
- Das ist selten. Wenn es vorkommt, kann der Körper Antikörper gebildet haben. Dann besprechen wir mit dir, welche anderen Wege es gibt.
Botox bei uns in Bünde
Ob und wie etwas zu dir passt, lässt sich seriös nur im Gespräch klären. Wir nehmen uns die Zeit dafür. Auch wenn am Ende herauskommt, dass wir dir abraten.
Das könnte dich auch interessieren
Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt kein ärztliches Beratungsgespräch. Ob eine Behandlung für dich infrage kommt, hängt von deiner Vorgeschichte, deinen Medikamenten und deinem Befund ab. Das klären wir persönlich. Stand: 2.10.2026
